Der Schulungsbedarf in den Einrichtungen

Die Erhebung der statistischen Daten in den vier in der Erprobungsphase beteiligten Einrichtungen ergab, dass der Anteil der Pflegefach- und Pflegehilfskräfte mit Migrationshintergrund über 50 Prozent beträgt. Sie stammen überwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Anteil der Bewohner/innen mit Migrationshintergrund beträgt ca. 11 Prozent (die absolute Zahl liegt hier zwischen 0 und 45 Bewohner/innen mit Migrationshintergrund, je nach Einrichtung). 

In ersten Gesprächen mit der Leitungsebene der beteiligten Einrichtungen (Einrichtungsleitung und Pflegedienstleitung) wurde der Bedarf zur Verbesserung der fachsprachlichen und kommunikativen Kompetenzen bei einigen Pflegekräften mit Migrationshintergrund geäußert. Um von Beginn an Transparenz zu schaffen und für das Thema zu sensibilisieren wurden Informationsveranstaltungen für alle Mitarbeiter/innen in den beteiligten Einrichtungen durchgeführt – überwiegend mit einer positiven Resonanz. Einzelne Pflegekräfte mit Migrationshintergrund äußerten allerdings Kritik dahingehend, dass „wieder mal nur sie“, „die Migranten“ angesprochen und ihre Defizite aufgezeigt werden. Von diesen Pflegekräften  wurde die Einbeziehung des gesamten Teams, unabhängig vom Migrationshintergrund, gewünscht. An dieser Stelle wurden Problembereiche angesprochen, die in den Bereich der Organisationsentwicklung hineingreifen und vom Projektteam nicht bearbeitet werden konnten. 

In die konkrete Bedarfsermittlung sollten die gesamten Teams (Pflegekräfte mit und ohne Migrationshintergrund) durch den Einsatz eines Selbsteinschätzungs-Fragebogens einbezogen werden, wodurch sowohl der Schulungsbedarf in der Einrichtung als auch der persönliche Schulungsbedarfs eingeschätzt werden sollte. 

Die Rücklaufquote der Fragebögen lag bei ca. 25 Prozent (Gesamtzahl der ausgewerteten Fragebögen: 42). Die Feststellung, dass das Durchschnittsalter der Pflegefachkräfte 42,5 Jahre und das der Pflegehilfskräfte 46,5 Jahre beträgt, ist ein erster Hinweis auf einen hohen Anteil älterer Pflegekräfte, der auch die oben beschriebenen Prognosen bestätigt (s. Hintergründe des Projektes). Über zwei Drittel der Befragten sehen einen Bedarf bei der Verbesserung der eigenen Kommunikationskompetenzen, sowie bei der Verbesserung der Kommunikation – insbesondere in folgenden Bereichen der Einrichtung: Pflegedokumentation, Pflegeplanung, Kommunikation mit Kollegen/innen, mit Angehörigen, in Fallbesprechungen, in Teamsitzungen, bei der Übergabe. Ca. 50 Prozent der Befragten äußerten den Wunsch an den Schulungen des Projektes FaDA teilzunehmen. Insbesondere ältere Pflegekräfte mit Migrationshintergrund (über 50 Jahre), aber auch Pflegekräfte ohne Migrationshintergrund wollten teilnehmen.